„In der Brühe liegt die Kraft“

Weltmusik und Folkrock-Polka mit „HISS“ im Café Podium

Von der Suppe zum Tango, vom Tod auf die Straße – Hauptsache am Ende geht’s „raus aus diesem Kaff“. Für die Polka-Folkrocker von „HISS“ ist kein Thema tabu, sind Grenzen da um übertreten zu werden. Die Künstler zeigen, was passiert, wenn Weltmusik auf Polka trifft.

„Zeugen des Verfalls“ heißt ihr aktuelles, inzwischen sechstes Album, das sie im Dezember 2008 veröffentlicht haben. „HISS“ begeben sich darin als Augen- und Ohrenzeugen des Verfalls auf musikalische Wanderschaft. Auf unzähligen Ausflügen um den Erdball, in die hintersten Winkel der Welt haben sie so manches aufgeschnappt, Melodien und Einheimischengebrabbel gelauscht, wirre Ideen gekapert und daraus neue Texte und Lieder gebastelt.
Eine Reise durch die Welt der Musik „vom Mississippi-Delta zu den Karpaten, von der Donau in die Sierra Madre“, wie sie selbst sagen. Die gesammelten Werke kunstvoll verpackt gibt’s nun im Café Podium. Frontmann Stefan Hiss kalauert: „Wir haben einen grau-braunen Strauß tieftrauriger Melodien vorbereitet, von denen das nächste Lied noch lange nicht das schlimmste ist“.
Ob Blues vom Balkan, Ethno-Swing, Tango aus Texas oder Ska aus der Quetsche – ihre Titel sind einzigartig. Unverkennbar klingt dabei stets der typische „HISS“-Sound, eine Mischung aus Folkrock und Polka, durch, vermischt sich mit den fremden Klängen. Die Konstanz ist es, die „HISS“ auszeichnet. Seit 1995 gibt es die Band. Nur minimal hat sich die Besetzung seither verändert. Ständig sind die Musiker on tour, spielen zwischen 80 und 100 Konzerte pro Jahr.
„Wir sind immer noch die Knappen der Minne, die Ritter der Liebe“, meint ein vor Sex-Appeal sprühender Stefan Hiss. Sex, Lust und Liebe gehören zu den Lieblingsthemen, die die Gruppe besingt. Die Lust am Leben, das Frivole, die Sünde. Oder auch Suppe, „denn in der Brühe liegt die Kraft“. Ironie begleitet sie vortrefflich durchs Programm. „Was für ein Talent!“, entfährt es Hiss, nach dem minutenlangen Solo seines Kollegen Michael Roth an der Mundharmonika, das Fernseh-“Supertalent“ Michael Hirte das Fürchten gelehrt hätte.
„Ihr solltet mal sein ‚Ave Maria’ hören“, stichelt Hiss. Seine Texte singt der Akkordeonspieler ganz weltmännisch mal Deutsch, mal Spanisch. Auch Englisch mischt er darunter. Spontane Tanzeinlagen im Publikum und lautstarker Applaus bescheren den Besuchern noch so manche Zugabe bis „HISS“ sich ausgepowert mit „Raus“ verabschieden.

  • Veröffentlichung:
    07.01.2009
  • Medium:
    Lokales, “Schwäbische Post”
  • Copyright
    by Heiko Buczinski
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