Diese Piano-Lady ist heiß

Crickett Allen zu Gast im Aalener Kulturcafé „Rambazamba“

Eigentlich weilt Crickett Allen derzeit im Ländle, um in Aalen und Heidenheim Gospel-Workshops zu geben und ein Musical auf die Bühne zu bringen. Doch die US-Amerikanerin ist Vollblutmusikerin, braucht ihre Bühne, liebt das Publikum. Zeit für ein musikalisches Intermezzo im Aalener Kulturcafé „Rambazamba“ findet sich da immer.

Sie ist eine Ausnahmekünstlerin, begleitete Legenden wie BB King, Dolly Parton oder Kenny Rogers auf Tournee. Crickett Allen liebt die Musik. Und das merkt man. Gemeinsam mit Norbert Botschek (Saxofon), Eddy Cichosz am Schlagzeug und dem Bassisten Markus Braun sowie Stefan Frank (Gitarre) gab die Pianistin und Sängerin jetzt wieder eines ihrer umjubelten Gastspiele in Aalen.
„Crickett Allen is in town“, führt Cichosz entsprechend in den Abend ein. „Und wie!“, möchte man hinterher schieben. Auftritt der Musiker – binnen Sekunden ist es ruhig im Café. Dann legt Allen los. Ihre tiefe, röhrende Stimme vibriert. Im Wechsel mit Norbert Botschek singt sie sich in Fahrt. Gegenseitig schaukeln sich die beiden hoch. „Just the two of us“ von Grover Washington Jr. und Bill Withers klingt da fast schon wie eine musikalische Liebeserklärung. Die hat Allen auch für die Ostalb im Gepäck, zählt fröhlich ihre deutschen Lieblingsstädte auf: „Aalen, Heidenheim, Nürnberg, Köln und München“. In genau dieser Reihenfolge. Doch auch ihre Heimat soll nicht zu kurz kommen. Country gehört schließlich zum festen Bestandteil ihrer Show. „I’m from Nashville, Tennessee“, ruft sie ins Mikrofon. Neben Country kredenzt das Quintett feinen Jazz, ein bisschen Funk, Feierabend-Blues und Rock’n’Roll.
Voller Elan haut Allen bei jedem Titel in die Tasten ihres Pianos, wippt abwechselnd wild mit dem linken und dem rechten Fuß, würde am liebsten loslassen und tanzen. „I’m old and I’m tired, but I’m hot“, sagt sie, greift nach ihren Notenblättern und fächelt sich demonstrativ Luft zu. Die Lieder des Abends sind Klassiker, laden zum Mitsingen ein: „Mustang Sally“, „Blue Suede Shoes“ oder Chuck Berrys „Johnny B. Goode“. Zwischendrin bieten die Musiker auch den leisen Tönen Raum. Gefühlvoll singt Crickett Allen die wunderschöne Ballade „Feels Like Home“ von Chantal Kreviazuk, beobachtet genussvoll, wie ihre Zuhörer spontan Tischlichter umfunktionieren und im Takt der Musik umherschwenken. Genau hier fühlt sie sich zuhause.

  • Veröffentlichung:
    25.04.2009
  • Medium:
    Kulturseite, “Schwäbische Post” + “Gmünder Tagespost”
  • Copyright
    by Heiko Buczinski
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