Eine Café-Familie begeht Geburtstag

20 Jahre Szenecafé Wunderlich in Aalen – Jubiläumsfeier mit „The Phonics“

Auf dem Verstärker liegt ein Pizzakarton, auf dem Tresen stehen Weizenbiergläser. Dazwischen haben sich die Musiker von „The Phonics“ aufgebaut. Die Jubiläumsfeier des Café Wunderlich ist so speziell wie das ganze Lokal. Seit 20 Jahren trifft sich in der Rittergasse eine vielseitige Szene.

Die kleine Discokugel an der Decke dreht sich, wirft farbige Lichtreflexionen auf Wände, Tresen, Gäste und den schwarz-weißen Fliesenspiegel am Boden. Genau 20 Jahre ist es her, dass Lothar Peschke, Edwin und Harry Mahler das Szenecafé Wunderlich übernommen haben. Zum Geburtstag schenkten sie ihren Gästen ein Party-Wochenende, das in seiner Zusammensetzung die Vielschichtigkeit des Lokals widerspiegelt. Die Ellwanger 60er-Jahre-Combo „The Phonics“ machte am Freitagabend den Auftakt. Den Samstag gestalteten DJ Titze und Lord Vlad mit Mojo-Sounds. „Tanzen sie schon?“, fragt Gitarrist Stefan Mack seine Band-Kollegen und schmunzelt. Über der Theke wird die Geburtstagsfeier in Kreidelettern auf einer Tafel angekündigt. Hinter den Musikern hängt der obligatorische orangefarbene Vorhang und verdeckt die Fenster. Was puristisch anmutet, entspricht eben genau dem Stil des Wunderlich. Das Café hat sein eigenes Flair. Und dem bleibt es treu.
„Happy birthday, hallo Wunderlich!“, ruft Sänger Thomas Roder in die Runde. Immer voller wird es im Lokal. Mit „Unchain my heart“ eröffnen „The Ponics“ den gesanglichen Part ihres Konzerts. „Back to the Sixties“ – die vierköpfige Truppe verkörpert eine Nostalgie, wie sie auch das Wunderlich gerne präsentiert. So steht unter der stuckverzierten Decke unter der dunklen Holzvertäfelung eine original 1958er Hammond-Orgel. Roder hackt wie wild auf ihre Tasten, entlockt ihr Töne, die man dem 50 Jahre alten Instrument gar nicht zugetraut hätte. Roders Lavalampe leuchtet dezent, die farbigen Blasen bewegen sich auf und ab.
Roder, Mack und ihre Bandkollegen Franz Brenner (am Bass) und Christof Ernsperger (Schlagzeug) sorgen mit ihrem „Boogaloo“ für Stimmung. Soul, Surf, Beat und Dancegrooves rasseln durch das Café – von Trini Lopez mit „Gonna get along without you now“ bis zu Boney M mit „Sunny“. Neue Gäste betreten das Lokal. „Grüß Gott, hereinspaziert!“, begrüßt sie Thomas Roder. Die Wunderlich-Gäste sind eine große Familie. Man kennt sich – seit 20 Jahren.

  • Veröffentlichung:
    17.03.2009
  • Medium:
    Lokales, “Schwäbische Post”
  • Copyright
    by Heiko Buczinski
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