Geballte Ladung Testosteron

Bebend lauter Osterrock mit Max Buskohl im Aalener „Rock it“

Eine Premiere, vier Lärmspezialisten und ein Rebell beim Osterrock im „Rock it“. Das Programm hielt, was es versprach: feinster Rock, ein bisschen Punk und sinnliche Balladen. Nur die Lautstärke war manchmal zuviel des Guten.

Max Buskohl im „Rock it“.

Max Buskohl im „Rock it“.

Rock muss beben. Das ist fast schon so was wie ein Naturgesetz. Erst recht von Bedeutung, wenn die Musiker allesamt männlich sind. Die „richtige“ Lautstärke zu finden ist dennoch schwer. Was open air oder in großen Hallen geht, ziemt sich in kleinen Lokalen eher weniger. Was „The Gas“ beim Osterrock im Aalener „Rock it“ ablieferten, war denn doch zu viel des Guten. Den vier Jungs aus Ulm missglückte der Versuch die passende Lautstärke zu finden.
Übertrieben laut reihten sie in der Enge des Raums einen Titel an den nächsten. Musikalisch einwandfrei. Stimmlich perfekt. Aber eben nah an der Schmerzgrenze. Zu nah. „Ich muss hier raus, das ist mir zu laut“, meinte eine Besucherin und bahnte sich ihren Weg nach draußen. Andere funktionierten Papiertaschentücher zu Ohrstöpseln um.
Dabei bewies die Formation schon beim Intro zu ihrem ersten Titel, dass sie sich auf Hard Rock versteht. Mit dröhnender Gitarrenpower bliesen die Musiker schwungvoll die letzten balladesken Ohrwürmer ihrer Vorgänger aus dem Gebäude, setzten mit Orgel und Posaune interessante Akzente.
„Eine geballte Ladung Testosteron“, nannte das Sängerin Olimpia, die mit ihrer Gruppe „The Diners“ zuvor eine mehr als gelungene Premiere auf der Bühne feierte. Die quirlige Balladen-Queen mit italienischen Wurzeln begeisterte gleich dreisprachig – englische, deutsche und italienische Titel wechselten sich ab. Ein Mischung aus Gianna Nannini und Laura Pausini – eingängig, rockig, sanft. Und auf jeden Fall hörenswert.
Das erwarteten die zahlreichen Fans auch von Max Buskohl und seiner Band „Empty Trash“. Lässig stand der frühere Top10-Kandidat von „Deutschland sucht den Superstar“ mit Schildmütze auf dem Kopf und glatt gestriegelten, schulterlangen Haaren am Mikrofon, griff beherzt in die Saiten seiner silbernen Glitter-Gitarre. Noch mehr Testosteron. Schnell wurde klar, dass Buskohl das Genre mehr liegt als vieles, das er bei DSDS machen musste. Rock ist seine Welt – und mit „Empty Trash“ bereist er sie.

  • Veröffentlichung:
    14.04.2009
  • Medium:
    Lokales, “Schwäbische Post”
  • Copyright
    by Heiko Buczinski
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