Kochende Arena, ins Regenwasser gefallen

Entertainer in der Sumpflandschaft: Robbie-Williams-Coverband trotzt dem Regen am Wasseralfinger Erzstollen

Der Partyabend des FC-Bayern-Fanclubs fiel buchstäblich ins Wasser. Gefeiert wurde trotzdem. Und wie! Die Robbie-Williams-Coverband (RWC) verwandelte den matschigen Hartplatz am Wasseralfinger Erzstollen in eine kochende Konzertarena. Im schützenden Festzelt präsentierte sie ihre Robbie Williams Tribute Show.

„Sin, sin, sin“, hallt es durchs Festzelt. Im Sakko, mit dunkler Sonnenbrille auf der Nase und einem blauen Schal um den Hals verkörpert Thomas Bopp Englands größten Entertainer, Robbie Williams. Draußen prasselt der Regen laut auf das Zeltdach, jagt kleine Sturzbäche durch das Zelt, hat eine regelrechte Sumpflandschaft vor der Bühne gebildet.
Die Gäste stehen entsprechend mit etwa zehn Meter Abstand vor der RWC, beobachten die Band, singen mit. Die Musiker haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Immer wieder entfleuchen ihnen zwar ein paar böse Worte über das Wetter – von ihrem eigentlichen Ziel, nämlich mit der Musik ihres großen Vorbilds Stimmung zu machen, weichen sie dennoch nicht ab. Im Gegenteil.
Fast schon trotzig wirkt ihr Auftritt. Bopp spielt mit dem Publikum, posiert, zeigt seine Oberarme. In voller Montur sieht er Robbie Williams sehr ähnlich, könnte sein jüngerer Bruder sein. Auch stimmlich kommt er weit an den britischen Popstar heran. Kein Wunder, schließlich hat er sein Handwerk gelernt. Als Gewinner der RTL2-Sendung „Fame Academy“ war er Mitglied der Band „Become One“, ist mit Größen wie Lionel Richie, Phil Collins oder Ricky Martin aufgetreten. Den Robbie zu geben scheint für ihn eine Leichtigkeit zu sein. Voller Elan reiht er einen Williams-Hit an den nächsten: „Supreme“, „Rock DJ“, „Angels“. Gemeinsam mit Background-Sängerin Lisah als Kylie Minogue singt er das Duett „Kids“.
Für den Take-That-Titel „Back For Good“ darf Saxofonist Mirco den Mark Owen mimen. Überhaupt zeigt sich die RWC als hervorragend eingespieltes Ensemble. Besonders Saxofonist Mirco begeistert durch Solo-Einlagen. Immer wieder animiert die Band das Publikum erfolgreich zum Mitsingen. Als der Regen langsam nachlässt, entern erste Besucher die Sumpflandschaft vor der Bühne, hüpfen unter schmatzenden Geräuschen umher, tanzen, feiern. Bopp setzt sich ganz vor an den Bühnenrand, lehnt sich auf seinen rechten Unterarm. Das Licht wird abgedunkelt, ein Spot auf ihn gerichtet. Sanft und leise mit einem traurigen Unterton singt er nun Robbie Williams’ Hommage an den King, Elvis Presley: „Advertising Space“.

  • Veröffentlichung:
    19.05.2009
  • Medium:
    Lokales, “Schwäbische Post”
  • Copyright
    by Heiko Buczinski
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